Fakten zu Lolland
GrößeDänemarks viertgrößte Insel
Fläche1.242,86 km2
Einwohnerca. 60.000
Einw./km247
HauptortMaribo
FährenPuttgarden/Deutschland, Spodsbjerg/Langeland
Brücken & TunnelFalster

Urlaub im Ferienhaus mit Pool auf Lolland

Lolland ist von den größeren dänischen Insel die am meisten unterschätzte. Das liegt vor allem an ihrem Profil, denn das flache Land kennt kaum nennenswerte Höhenunterschiede, wirkt platt wie ein Pfannkuchen und ist überwiegend von Landwirtschaft geprägt (Zuckerrüben, Weizen). Die große Party werden Sie auf der Insel kaum erleben, das Leben geht seinen ruhigen Gang.

Lolland – unscheinbar und voller Überraschungen

Wer Lolland deswegen links liegen lässt, verpasst allerdings einige absolute Höhepunkte, die es in dieser Form nur hier auf der Insel gibt: überraschend der Knuthenborg Safari Park, denn wo sonst sind Kamele und Giraffen zwischen skandinavischen Dolmen unterwegs? Großartig die Skulpturensammlung Dodekalitten oberhalb der Nordküste. Landschaftlich attraktiv: Die sandige Landzunge Albuen im Südwesten bietet die Möglichkeit zu einem unvergesslichen Spaziergang raus aus der Zivilisation.

Lolland ist von Deutschland aus bestens zu erreichen: Ganztägig verkehren die Fähren zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødby an Lollands Südküste. Diese Verbindung soll 2029 durch den Fehmarnbelt-Tunnel abgelöst werden.

Einladende, familienfreundliche Strände an der Südküste

Die Blaue Flagge ist ein Qualitätssymbol: Sie kennzeichnet dänische Strände, die über eine bestimmte Wasserqualität und Infrastruktur für Badegäste verfügen. An Lollands Stränden wehen insgesamt neun Blaue Flaggen, entlang der Südküste gleich acht davon; zu den beliebtesten Stränden gehören Maglehøj, Hummingen und Kramnitze, die allesamt als familienfreundlich gelten.

Wer sich nicht sofort in die Ostsee traut oder einen Tag Abwechslung vom Salzwasser einlegen will, findet Richtung Südosten das Ferienzentrum Lalandia, das neben dem Spaßbad Aquadome weitere sportliche Aktivitäten umfasst – und sogar einen eigenen Strand mit Blauer Flagge.

1872 brach eine gewaltige Sturmflut über die Südküste herein, zerstörte Deiche und forderte viele Todesopfer. Der neue Damm ragt stellenweise bis zu 8 Meter auf, ist zu begehen und bestens für Radtouren geeignet. Landeinwärts erstreckt sich flaches, nach der Sturmflut zum Teil neu eingedeichtes Land, das unter dem Niveau des Fehmarnbelts draußen liegt. Pumpstationen entwässern dieses Gebiet, und ein Kanalnetz leitet das Wasser bis zur Schleuse Kramnitse Sluse, wo es in den Belt befördert wird. Die Schleuse ist auch die Verbindung des an einem Kanal platzierten Kleinhafens Kramnitze Havn, der in seiner wirtschaftlichen Bedeutung längst von Rødbyhavn (dort wo auch die Fähren aus Deutschland anlegen) abgelöst wurde.

Knuthenborg Safari Park und Nordküste

Es gibt im egalitären Dänemark einige Familien von Adel, doch das Auskommen auf einem Hofgut mit Land- und Forstswirtschaft ist nicht unbedingt ergiebig. Also erschlossen einige dieser Familien neue Geschäftsfelder, bevorzugt im touristischen Sektor. Schon im 19. Jahrhundert hatte man auf Knuthenborg ein paar hundert Hektar zu einem Landschaftspark umgewandelt, 1969 spazierten die ersten Zebras und Antilopen durch das Areal. Zeitgemäß verändert, ist der Knuthenborg Safari Park heute eines der spektakulärsten dänischen Reiseziele, besonders für Familien.

Von Ende Juni bis Anfang August verkehrt zwischen Maribo und Bandholm an Lollands Nordküste eine Museumseisenbahn, die auch in Knuthenborg Station macht. Westlich von Bandholm liegt der Hafenort Kragenæs, wo Fähren zu den drei vorgelagerten, bewohnten Inseln Fejø, Femø und Askø ablegen. Östlich von Kragenæs erheben sich über der Nordküste elf 7–9 m hohe Steinfiguren aus Granit, oben zum Teil als Köpfe gestaltet. Die tagsüber erklingende elektronische Musik macht die im Kreis angeordnete Figurengruppe endgültig zu einem mythisch anmutenden Ort. Ihr Name Dodekalitten (aus dem Griechischen) bedeutet übrigens zwölf Steine – der 12. Stein ist noch in Arbeit.

 Landzunge Albuen

Die 7 km lange Landzunge Albuen bildet die Südwestspitze Lollands und ragt wie ein Ellenbogen – daher der Name – in den Langelandsbelt. Die Pflanzenwelt ist windzersaust, robust und eigen, der Spaziergang auf dem sandigen Weg hinaus ein unvergessliches Erlebnis, oft von einer frischen Brise umweht. Aus Nakskov kommend, legt im Sommer mittags das Postboot an, das die kleinen Inseln im benachbarten Nakskov Fjord versorgt. Dann sind auch einige Häuser der verlassenen Siedlung auf Albuen bewohnt, in denen bis in die 1960er Jahre Heringsfischer lebten.

Auf dem Weg nach Albuen passieren Sie in Vesternæs Peter Hansens Have, einen liebevoll angelegten, verzweigten Botanischen Garten mit Seerosenteich und vielen Sektionen.

Zu Gast in der Inselhauptstadt Maribo

Maribo ist der Verwaltungssitz der Gemeinde Lolland. Bei etwa 5.800 Einwohnern ist es eigentlich vermessen, von einer Hauptstadt zu sprechen: Das überschaubare Zentrum strahlt eher einen dörflichen Charakter aus – abgesehen von der stattlichen Maribo Domkirke (1416, 2015 restauriert), die nahe des kopfsteingepflasterten Marktplatzes an einem der Maribo-Seen aufragt, gegenüber das Freilichtmuseum Frilandsmuseet. Das Touristenbüro befindet im historischen Museum Stiftsmuseet.

Die Seenplatte ist von einigen Wäldern umgeben und in Naturreservate und zugängliche Gebiete unterteilt; längere Uferwege gibt es zugunsten des Naturschutzes nicht. Dafür legt im Sommer beim Dom das Ausflugsboot Anemonen ab, wenn zumeist auch einige Paddler und andere Wassersportler unterwegs sind. Am Søndersø und am Hejrede Sø kann die Vogelwelt von speziellen Beobachtungsposten aus studiert werden. Schon seit Jahren heimisch geworden sind die scheuen Seeadler, die bereits mehrfach Nachwuchs großzogen.

Herrenhaus Fuglsang auf Lolland

Weitere Ausflugsziele auf Lolland

Das schönste Hafenmilieu findet sich in Nysted, ganz im Südosten der Insel. Das nahe Schloss Aalholm mit seiner prächtigen Backsteinfassade ist leider nicht zu besuchen, dafür aber die muntere Kormorankolonie am nahen, renaturierten See Rørsøen. Nördlich von Nysted residiert das ambitionierte Fuglsang Kunstmuseum in einem schicken Neubau am Guldborgsund, ufernaher Rundweg inbegriffen.

Museen gibt es ferner in Nakskov an der Westküste, der einzigen Kleinstadt auf Lolland, wo auch die Zuckerrübenfabrik steht. Das Zuckermuseum und das Seefahrtmuseum am Hafen vermitteln viel Lokalkolorit. Ein wenig urbanes Feeling auf Lolland gibt es nur in Nakskov.

Oder Sie fahren nach Nykøbing F., Falsters Hauptstadt gleich am Guldborgsund. Im Staddteil Sundby, noch auf Lolland-Seite, lebt von Mai bis September das Mittelalterzentrum auf.

Aktivurlaub auf Lolland

Der Südküsten-Deich führt ab Rødby ostwärts an Hummingen und Kramnitze vorbei bis nach Albuen und ermöglicht herrliche Radtouren. Suchen Sie sich möglichst einen windstillen Tag aus, sonst könnte es anstrengend werden; Richtung Albuen empfiehlt sich ein Picknick am Waldrand des Vindeholme Skov. Abwechslungsreich ist auch die 38 km lange Paradisruten ab Nysted nach Nykøbing F., die über Nebenwege zu einer Nysted-Rundtour verkürzt werden kann.

Zum Wandern empfehlen sich Albuen, die idyllische Landzunge Skejten beim Kunstmuseum Fuglsang und auch der Deich entlang der Südküste.

Der Maribo Sø Golfklub ist bei Refshale beheimatet, eine schöne Anlage am Nordufer der Maribo-Seen.

Vogelbeobachtung lohnt sich besonders an den Maribo-Seen, auf Albuen, am Næsby Strand (westlich von Vindeholme), in Hyllekrog (östlich von Rødby) und am Rørsøen in Nysted.

Foto 1, Frau mit Fahrrad, Copyright: Daniel Villadsen.
Foto 2,
Herrenhaus Fuglsang, Copyright: Daniel Villadsen.